2026, Januar – April. KATH BINEIDER: UNDERWATER – METAMORPHOSE IN PASTELL
Betrachtet man die Werke der Hamburger Künstlerin Katha Bineider, so fällt sogleich die stimmungsvolle Lichtwirkung, der hohe Detailreichtum sowie die fein abgestuften Farbübergänge ins Auge. Die Gesichter der dargestellten Meereswesen aus der Serie „Siren Underwater“ erinnern dabei an die pastellbasierte impressionistische Porträttraditionen, aber weisen zugleich eine sehr präzise, hyperrealistische Ausführung auf.
Obwohl Bineider keine „klassische“ impressionistische Malerin ist, zeigt ihre Beschäftigung mit Licht, Farbe und Atmosphäre gewisse Verwandtschaften zu impressionistischen Ansätzen. Insbesondere die Pastellmalerei war bei impressionistisch arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern beliebt, weil sie subtile Farbeffekte und flüchtige Lichtstimmungen erlaubte – ein Ansatz, der sich auch in der Porträtserie von Katha Bineider wiederfindet. Auch die Farbigkeit dieser Serie ist eng verwandt mit der Farbpalette der Impressionisten: Die Farbtöne sind aufgehellt, die Licht- und Leuchtreflexe werden aufgefangen und schaffen eine besondere Atmosphäre.
Gleichzeitig – ganz entgegen des Impressionismus – sind die Werke der Künstlerin nicht etwa von einem schnellen, intuitiven Strich geprägt, sondern zeugen von einem hohen Detailreichtum: bedacht und präzise gesetzte Kreidestriche, die sich zu einem hyperrealistischen Bild verdichten. Der Hyperrealismus gilt als eine Weiterentwicklung des Fotorealismus. Im Zentrum dieser Stilrichtung steht nicht nur die naturgetreue Abbildung – sondern deren Übersteigerung: Jedes Detail, jede Pore, jede Lichtreflexion wird mit akribischer Präzision dargestellt. Oft wirkt ein hyperrealistisches Gemälde fast schon realistischer als ein Foto.
Diese hyperrealistischen Porträts von Katha Bineider erzeugen allerdings durch die Wahl der Farbigkeit und der Motive eine lyrische, fast mystische Wirkung. Dieser Spannungsbogen zwischen hyperrealistischer Darstellung und ästhetischer Verdichtung zeugt davon, wie hier klassische Techniken mit einer modernen Bildsprache verbunden werden.
Bineiders Arbeiten balancieren demnach zwischen der Rückbesinnung auf traditionelle Kunststile und moderner Ästhetik — also dem Wunsch, klassische Kompositionsprinzipien, wie etwa Figurenanordnung und Blickführung mit zeitgenössischer Farb- und Formensprache zu verbinden.
















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